764 und Com
auch: 764 · Com · Felix cult · Felix · pain · chaos · NLM · No Lives Matter · die dunkle Verlockung digitaler Macht · #764cut · #painchallenge · #be_the_cause · #comtask
Maschinelle Übersetzung. Maßgeblich ist die niederländische Fassung. Auf Niederländisch ansehen
+Context
Was auf den ersten Blick wie eine „geheime Online-Community" oder „Dark Challenge" wirken kann, erweist sich in Wirklichkeit als weltweites Netzwerk sadistischer Online-Gruppen. Unter Namen wie „764", „Com" oder „Felix cult" agieren anonyme Nutzer, die Jugendliche manipulieren, sich selbst oder anderen Schmerzen zuzufügen, manchmal auch mit tödlichem Ausgang.
Die Videos und Chatgruppen wirken für Außenstehende unverständlich: Symbole, Zahlen und eine Mischung aus satanistischer und nihilistischer Sprache. Dennoch folgen sie einem erkennbaren Muster: Jugendliche erhalten Aufträge („Levels", „Tests"), die immer extremer werden: von Selbstverletzung bis zum Erstellen demütigender oder sexueller Aufnahmen. Wer sich weigert, wird oft erpresst oder gedemütigt.
Das FBI und die niederländische Polizei ermitteln inzwischen in Dutzenden Fällen, in denen Jugendliche in solche Netzwerke verwickelt wurden. In den Niederlanden sitzt ein Verdächtiger sogar in der Terrorismusabteilung des Gefängnisses, weil diese Gruppen auch ideologische und extremistische Merkmale aufweisen.
Jugendliche geraten aus nachvollziehbaren Bedürfnissen und Verletzlichkeiten hinein:
- Dazugehören: Die Gruppe verspricht Exklusivität, Status und Anerkennung.
- Sinnstiftung im Chaos: Die nihilistische Botschaft („nichts spielt eine Rolle") bietet Jugendlichen Halt, die sich verloren oder machtlos fühlen.
- Online-Spannung: Challenges, Geheimhaltung und Gruppendruck wirken wie ein süchtig machendes Spiel.
- Suche nach Identität: Für Jugendliche, die mit ihrem Selbstbild oder Trauma kämpfen, fühlt es sich an wie ein Ort, an dem Schmerz gesehen wird, der dann aber missbraucht wird.
+Warum wirkt das so stark?
- Anonyme Plattformen: Täter sprechen Jugendliche diskret über anonyme Plattformen an (z. B. Discord, Telegram, In-Game-Chats), wodurch Kontakt und Aufsicht schwerer zu kontrollieren sind.
- Gamification von Gewalt: Challenges, Belohnungen und „Ränge" machen destruktives Verhalten zum Teil einer Spielstruktur.
- Psychologische Manipulation: Opfer werden abwechselnd gelobt („good job") und gedemütigt („weak"), wodurch Abhängigkeit entsteht.
- Ideologisches Framing: Das Netzwerk nutzt verschiedene bedrohliche Symbole und Botschaften (etwa satanistisch, rechtsextrem oder anarchistisch), um Jugendliche psychologisch zu beeinflussen und zu isolieren.
- Scham und Erpressung: Sobald ein Jugendlicher ein Bild oder Video teilt, wird es als Druckmittel benutzt.
+Signale
- Jugendliche, die online in geschlossenen Gruppen oder Servern mit Namen wie 764, Com, pain, chaos und/oder Felix aktiv sind.
- Unerklärliche Verletzungen oder Selbstverletzungen, die „Challenges" zu folgen scheinen.
- Verwendung von Hashtags oder Begriffen wie #764cut, #painchallenge, #be_the_cause und/oder #comtask.
- Bilder oder Geschichten über (Tier-)Misshandlung, Gewalt oder Selbstverstümmelung, die als „Witz" oder „Test" präsentiert werden.
- Jugendliche, die ängstlich oder geheimnistuerisch reagieren, wenn nach ihren Online-Kontakten gefragt wird.
- Plötzlicher Leistungsabfall in der Schule, Scham, Isolation oder niedergeschlagenes Verhalten.
Auf GEVAARLIJK eskalieren bei Verdacht auf Erpressung, Selbstverletzung oder sexuelle Ausbeutung: Melden Sie dies sofort gemäß den geltenden Verfahren in Ihrer Organisation oder bei den zuständigen Stellen. Dieses Netzwerk ist kein „Trend", sondern ein gefährliches Netzwerk, das extremen psychologischen Druck ausübt, manchmal mit tödlichem Ausgang.
+Handlungsperspektive
- Erkennen Sie den Ernst an: 764 ist kein „Trend", sondern ein gefährliches Netzwerk, das extremen psychologischen Druck ausübt.
- Arbeiten Sie traumasensibel: Jugendliche können zugleich Opfer und mitschuldig wirken; urteilsfreies Zuhören ist entscheidend.
- Stärken Sie die digitale Resilienz: Bringen Sie Jugendlichen bei, Online-Gruppendruck, „Challenges" und anonyme Kontakte kritisch zu betrachten.
- Treffen Sie Vereinbarungen in der Gruppe: Vereinbaren Sie in Klassen, Teams oder Jugendzentren, wie mit Filmen, Posten und Online-Challenges umgegangen wird.
- Holen Sie rechtzeitig Hilfe: Bei Verdacht auf Erpressung, Selbstverletzung, sexuelle Ausbeutung usw. melden Sie dies sofort gemäß den geltenden Verfahren in Ihrer Organisation oder bei den zuständigen Stellen.
- Beziehen Sie Eltern ein: Informieren Sie darüber, was 764 ist, ohne zu dramatisieren, aber mit Betonung auf offenem Gespräch und Aufsicht.
- Sorgen Sie für Nachsorge: Opfer können langanhaltende psychische Schäden erleiden; bleiben Sie aufmerksam, auch nach einem Vorfall.
+Gesprächsfragen
In der Gruppe
- „Was wisst ihr über Online-Gruppen wie 764 oder ‚Com'?"
- „Warum glaubt ihr, finden manche Leute das spannend oder interessant?"
- „Ab wann ist etwas, das als Spaß oder Challenge anfängt, eigentlich gefährlich?"
- „Was würdet ihr tun, wenn jemand euch auffordert, etwas Schmerzhaftes ‚fürs Team' oder ‚für Respekt' zu tun?"
Einzelgespräch
- „Hast du schon mal komische oder schlimme Sachen in Gruppenchats oder Games gesehen?"
- „Was würdest du tun, wenn jemand droht, etwas von dir zu posten?"
- „Hast du schon mal bei einer Online-‚Challenge' mitgemacht, die sich nicht gut angefühlt hat?"
- „Was bedeutet es, wenn jemand sagt, dass du etwas tun musst, um zu ‚beweisen', dass du dazugehörst?"
+Gesprächshaltung
Halten Sie das Gespräch offen und urteilsfrei. Jugendliche spüren oft selbst, dass etwas nicht stimmt, trauen sich aber aus Scham oder Angst nicht zu reden.
+Quellen
- TrendSein – '764' en 'Com': De duistere verleiding van digitale macht (TrendSein-Newsletter,
Trendsein - duistere verleiding digitale macht.pdf, S. 1–6)